Anzahl Dachfenster berechnen: Tageslichtanteil pro m²
Berechnet, wie viele Dachfenster einen Raum ausreichend mit Tageslicht versorgen, aus Raumfläche, Fenstergröße und Glasfaktor.
Für einen Dachraum von 30 m² mit einem Tageslichtanteil von 10 % und Dachfenstern von 78 × 118 cm braucht man **vier Dachfenster**. Bei einem Glasfaktor von 87 % bringt jedes Fenster rund 0,80 m² Glasfläche ein. Vier Stück ergeben zusammen etwa 3,2 m² und damit einen Anteil von rund 10,7 %.
Dachfenster kommen überall dort zum Einsatz, wo eine senkrechte Wand kein Fenster zulässt: in ausgebauten Dachgeschossen, in Schlafräumen unter der Dachschräge, in innenliegenden Bädern ohne Außenwand oder in Fluren mit wenig Tageslicht. Auch auf der Nordseite eines Hauses sind sie eine gängige Lösung, weil sie in der Regel mehr Himmelsfläche sehen als ein senkrechtes Fenster gleicher Größe. Ob das Ergebnis genügt, hängt davon ab, wie groß der Raum ist und welcher Anteil der Bodenfläche als Glasfläche angesetzt wird.
Der Rechner arbeitet in drei Schritten. Zuerst ermittelt er die benötigte Glasfläche, indem er die Raumfläche mit dem Tageslichtanteil multipliziert. Danach berechnet er die Glasfläche eines einzelnen Dachfensters aus Breite, Höhe und Glasfaktor. Zum Schluss teilt er die benötigte Glasfläche durch die Glasfläche je Fenster und rundet das Ergebnis auf die nächste ganze Zahl auf, denn ein Bruchteil eines Fensters lässt sich nicht einbauen.
Der Glasfaktor ist der Punkt, den viele unterschätzen. Ein Dachfenster mit 78 × 118 cm Außenmaß hat eine Außenfläche von rund 0,92 m², die Glasfläche ist aber deutlich kleiner, weil der Rahmen kein Licht durchlässt. Mit dem Standardwert von 87 % ergibt sich eine Glasfläche von rund 0,80 m². Wer mit den Außenmaßen rechnet, überschätzt die Lichtwirkung und plant zu wenige Fenster ein. Die genaue Glasfläche steht im technischen Datenblatt des Herstellers.
Das Ergebnis ist eine Planungsgröße, kein Nachweis. Welche Belichtung ein Raum baurechtlich braucht, bestimmt die jeweilige Landesbauordnung, und für die Ausführung am Dach ist ein Fachbetrieb zuständig. Der Rechner zeigt, in welcher Größenordnung Sie planen müssen. Mit dem optionalen Stückpreis erhalten Sie zusätzlich eine grobe Kostenschätzung.
Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.
Nutzfläche des Raums, der mit Tageslicht versorgt werden soll
Als Richtwert gelten mindestens 10 % der Bodenfläche
Außenmaß des Rahmens (z. B. 78 cm beim Modell 78×118)
Außenmaß des Rahmens (z. B. 118 cm beim Modell 78×118)
Glasfläche in % der Rahmenfläche. Typisch: 85–90 % bei Velux und Fakro
Stückpreis zur Berechnung der geschätzten Kosten
Benötigte Dachfenster
Tatsächlicher Tageslichtanteil: 12,0 % der Bodenfläche
- Benötigte Glasfläche
- 2,00 m²
- Glasfläche pro Dachfenster
- 0,80 m²
- Installierte Glasfläche gesamt
- 2,40 m²
- Tatsächlicher Tageslichtanteil
- 12,0 %
Funktionsweise
Formel
So wird gerechnet
Wie sich die Anzahl der Dachfenster berechnen lässt
Dachfenster, in der Fachsprache auch Dachflächenfenster genannt, sind die naheliegende Lösung, wenn ein Raum keine Außenwand mit einem ausreichend großen Fenster hat. Das betrifft ausgebaute Dachgeschosse, Schlafräume unter der Dachschräge, innenliegende Bäder und Flure, aber auch Räume auf der Nordseite eines Gebäudes, deren Lichtverhältnisse über den Tag hinweg schwach bleiben. Der Rechner beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Dachfenster einer bestimmten Größe braucht ein Raum, damit die Glasfläche einen gewünschten Tageslichtanteil erreicht?
Die Antwort folgt aus einem Verhältnis zwischen zwei Flächen. Zuerst wird die Glasfläche bestimmt, die der Raum braucht. Diese Fläche wird anschließend durch die Glasfläche geteilt, die ein einzelnes Dachfenster liefert. Die Formel lautet N = ⌈(A × r/100) / (L × H × f/100)⌉. Das Zeichen ⌈ ⌉ bedeutet, dass das Ergebnis auf die nächste ganze Zahl aufgerundet wird.
Der Tageslichtanteil
Der Tageslichtanteil r gibt an, welcher Teil der Bodenfläche als Glasfläche zur Verfügung stehen soll. Der Rechner setzt 10 % als Ausgangswert an. Dieser Wert ist eine Rechengröße des Rechners und keine Vorgabe aus einer Norm. Maßgeblich sind die Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnung an Aufenthaltsräume, die sich je nach Bundesland und Nutzung unterscheiden können. Wer einen Bauantrag stellt oder die Nutzung eines Dachraums ändert, sollte diese Anforderungen bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde oder beim Architekten prüfen.
Für Räume, in denen längere Zeit konzentriert gearbeitet oder gelesen wird, ist ein höherer Wert sinnvoll. Der Rechner lässt Werte wie 12 % oder 15 % ohne Einschränkung zu, sodass Sie verschiedene Szenarien vergleichen können. Da die Anzahl der Fenster auf ganze Stücke aufgerundet wird, ändert sich das Ergebnis bei kleinen Schritten oft gar nicht und springt dann um eine ganze Einheit. Ein Vergleich verschiedener Werte zeigt daher schnell, an welcher Stelle eine zusätzliche Einheit nötig wird.
Der Glasfaktor
Der Glasfaktor f beschreibt, welcher Anteil der Außenfläche eines Dachfensters tatsächlich aus Glas besteht. Der Rahmen aus Aluminium, Holz oder Kunststoff gehört zur Außenfläche, lässt aber kein Licht durch. Ein Fenster mit 78 × 118 cm Außenmaß hat somit eine Außenfläche von rund 0,92 m². Die Glasfläche beträgt bei einem Glasfaktor von 87 % rund 0,80 m². Die Differenz wirkt auf den ersten Blick klein, summiert sich aber schnell, wenn mehrere Fenster geplant werden.
Den konkreten Wert finden Sie im technischen Datenblatt des Herstellers, meist unter der Angabe der Glasfläche oder der Lichtdurchlässigkeit. Der Glasfaktor beschreibt jedoch nur die Fläche, nicht die Lichtdurchlässigkeit des Glases selbst. Die Lichtdurchlässigkeit, auch Lichttransmissionsgrad genannt, ist ein eigener Kennwert, den der Rechner nicht berücksichtigt. Mehrfachverglasungen lassen tendenziell etwas weniger Licht durch als einfache Verglasungen. Dieser Unterschied ist bei sehr dunklen Räumen relevant und sollte bei der Planung bedacht werden.
Die Rundung auf ganze Fenster
Ein Dachfenster lässt sich nicht teilweise einbauen, deshalb rundet der Rechner das Ergebnis immer auf. Ein Beispiel zeigt die Wirkung: Ein Raum von 30 m² mit einem Anteil von 10 % benötigt 3,0 m² Glasfläche. Mit Fenstern von rund 0,80 m² Glasfläche ergibt sich N = 3,0 / 0,80 = rund 3,75. Aufgerundet sind also vier Dachfenster nötig. Drei Fenster würden nur 2,4 m² Glasfläche liefern, was einem Anteil von 8 % entspricht und damit unter dem Ausgangswert liegt.
Feste Dachfenster oder öffenbare Modelle
Feste Dachfenster sind in der Regel günstiger und eignen sich für reine Belichtung. Öffenbare Dachfenster ermöglichen zusätzlich die Lüftung, was in Bädern und Küchen ohne weitere Abluft wichtig sein kann. Für die Berechnung spielt die Bauart keine Rolle, denn beide liefern bei gleicher Größe dieselbe Glasfläche. Ob ein Dachfenster die Lüftung eines Raums übernehmen darf, beurteilen Sie anhand der Lüftungsanforderungen für diesen Raum. Der Rechner beantwortet diese Frage nicht.
Elektrisch öffnende Modelle mit Regensensor sind praktisch, wenn das Fenster schwer zu erreichen ist. Der Sensor schließt das Fenster bei Niederschlag automatisch. Solche Ausstattungen erhöhen den Stückpreis, der im optionalen Feld des Rechners eingetragen werden kann.
Normen und Regeln in Deutschland
Die Anforderungen an Belichtung und Belüftung stehen in den Landesbauordnungen. Diese orientieren sich an der Musterbauordnung, werden aber in den einzelnen Ländern unterschiedlich umgesetzt. Die DIN 5034 beschreibt Verfahren zur Beurteilung des Tageslichts in Innenräumen und eignet sich als Grundlage für Planungsgespräche mit Architekten. Wärmeschutztechnische Anforderungen an Dachfenster, etwa an den Wärmedurchgangskoeffizienten, regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für die Dachdeckung und die Anschlüsse am Fenster ist die DIN 18338 (Dachdeckungsarbeiten) mit den Regeln der VOB Teil C einschlägig.
Soll ein Dachfenster zugleich als Rettungsweg dienen, gelten dafür eigene Mindestmaße aus der Landesbauordnung. Der Rechner prüft diese Maße nicht. Auch der Brandschutz im Dachgeschoss ist eine eigene Planungsfrage, die über die reine Lichtberechnung hinausgeht.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Außenmaß und Glasfläche. Wer die Außenmaße des Rahmens als Lichtfläche ansetzt, plant zu wenige Fenster ein und erreicht den gewünschten Tageslichtanteil nicht. Ein zweiter Fehler betrifft die Lage. Der Rechner berücksichtigt weder die Himmelsrichtung noch Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume. Bei ungünstiger Lage fällt der tatsächliche Tageslichtanteil deshalb niedriger aus als berechnet.
Auch Sonnenschutz und Verdunkelungsrollos verringern das Licht im Raum. Ein Raum, der nur mit geschlossenen Rollos benutzt wird, braucht mehr Glasfläche als rechnerisch angegeben. Schließlich sollte die Dachneigung zum Fenster passen. Die Angaben des Herstellers zum zulässigen Neigungsbereich sind maßgeblich, und auf Flachdächern sind besondere Aufsatzkränze erforderlich. Der Rechner prüft die Neigung nicht.
Wann der Rechner nicht ausreicht
Der Rechner eignet sich für die Größenordnung und für Vergleiche. Er ersetzt keine Tageslichtsimulation, wenn die Lichtverteilung, Blendung oder die Wirkung auf Arbeitsplätze eine wichtige Rolle spielt. In denkmalgeschützten Gebäuden unterliegen Dachfenster häufig Auflagen der Denkmalbehörde, die über die Berechnung hinaus zu klären sind. Bei einem Raum, der ohnehin genügend Fenster in einer Außenwand hat, ist eine Dachfensteranzahl dagegen meist nicht nötig.
Wann ein Fachbetrieb hinzuzuziehen ist
Der Einbau von Dachfenstern bedeutet, eine bestehende Dachfläche zu öffnen und den Anschluss an die Abdichtung herzustellen. Bei Ziegeldächern oder Betondachsteinen ist diese Arbeit für einen erfahrenen Dachdeckerbetrieb gut machbar. Bei Dächern mit Bitumenbahnen oder Sandwichelementen sind die Anforderungen an die Abdichtung höher. Wenn Umbauten genehmigungspflichtig sind oder ein Verdacht auf Schäden an der Dachkonstruktion besteht, sollten Sie vor Beginn einen Architekten oder Bauingenieur einbeziehen.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Tageslichtanteil von 10 % eine gesetzliche Vorgabe?
Nein. Der Wert von 10 % ist ein Ausgangspunkt des Rechners und keine Norm. Die Anforderungen an die Belichtung von Aufenthaltsräumen stehen in den Landesbauordnungen, die sich je nach Bundesland unterscheiden können. Für ein konkretes Bauvorhaben prüfen Sie die Anforderungen bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde oder lassen sie von einem Architekten bewerten. Die DIN 5034 beschreibt Verfahren zur Beurteilung des Tageslichts in Innenräumen und kann dabei als Grundlage dienen.
Warum rechnet der Rechner mit der Glasfläche und nicht mit den Außenmaßen?
Die Außenmaße eines Dachfensters umfassen den Rahmen, der kein Licht durchlässt. Die Glasfläche ist deshalb immer kleiner als die Außenfläche. Ein Fenster mit 78 × 118 cm Außenmaß hat rund 0,92 m² Außenfläche, die Glasfläche liegt bei einem Glasfaktor von 87 % bei rund 0,80 m². Würde man mit den Außenmaßen rechnen, ergäbe sich eine zu kleine Anzahl von Fenstern und der gewünschte Tageslichtanteil würde nicht erreicht.
Ist jedes Dachfenster für jede Dachneigung geeignet?
Nein. Dachfenster sind für bestimmte Neigungsbereiche ausgelegt, und die Angaben des Herstellers sind maßgeblich. Auf Flachdächern oder sehr flach geneigten Dächern sind besondere Aufsatzkränze nötig, damit das Fenster dicht bleibt. Auch der Untergrund spielt eine Rolle. Bei Dächern mit Bitumenbahnen, Blech oder Sandwichelementen gelten eigene Anschlusslösungen. Der Rechner prüft weder Neigung noch Untergrund, daher sollten Sie diese Angaben vor dem Kauf im Katalog des Herstellers überprüfen.
Lohnt sich ein Dachfenster mit Regensensor?
Ein Regensensor ist eine sinnvolle Ausstattung, wenn das Fenster schwer zu erreichen ist. Er schließt das Fenster bei Niederschlag automatisch und verhindert, dass Regen in den Raum gelangt, wenn das Fenster offen geblieben ist. Die Ausstattung ist vor allem für Schlafzimmer oder Arbeitsräume interessant. Bei gut zugänglichen Fenstern genügt in der Regel ein manuell zu bedienendes Modell, das deutlich weniger kostet.
Wie viele Dachfenster brauche ich für einen Dachraum von 30 m²?
Bei einem Tageslichtanteil von 10 % benötigt der Raum 3,0 m² Glasfläche. Ein Dachfenster mit 78 × 118 cm Außenmaß und einem Glasfaktor von 87 % liefert rund 0,80 m² Glasfläche. Rechnerisch ergibt sich 3,0 / 0,80 = rund 3,75, also werden vier Dachfenster benötigt. Mit drei Fenstern läge die Glasfläche bei rund 2,4 m² und der Tageslichtanteil bei 8 %, also unter dem Ausgangswert. Die tatsächliche Helligkeit hängt zusätzlich von der Himmelsrichtung und von Verschattung ab.
Wann sollte ich für den Einbau einen Fachbetrieb beauftragen?
Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn die Dachfläche geöffnet und die Abdichtung angeschlossen werden muss. Bei Ziegeldächern ist diese Arbeit für einen erfahrenen Dachdeckerbetrieb gut machbar. Bei Bitumenbahnen oder Sandwichelementen sind die Anforderungen an die Abdichtung höher. Wenn der Umbau genehmigungspflichtig ist, etwa bei einer Nutzungsänderung des Dachraums, sollten Sie außerdem mit der Bauaufsicht oder einem Architekten klären, welche Unterlagen nötig sind.
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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 9. Juli 2026
Die Berechnung ist eine Planungshilfe. Sie ersetzt weder eine Tageslichtplanung noch eine Prüfung durch die Bauaufsicht. Der Kostenwert ist eine Schätzung auf Basis des eingegebenen Stückpreises und berücksichtigt weder Montage, Dachdeckerarbeiten noch Zubehör. Für Eingriffe in die Dachkonstruktion ist ein Fachbetrieb hinzuzuziehen.
