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Stromverteiler richtig dimensionieren

Berechnet die erforderliche Anzahl Stromkreise, Anschlussleistung und Schaltermodulgröße für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Wohnungen.

Ein 2-Zimmer-Apartment mit Gasherd braucht typischerweise 6 Stromkreise und einen Stromverteiler mit 12 oder 18 Modulen — mit 25 Prozent Reservepuffer für künftige Lasten wie Wärmepumpe oder Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Der Stromverteiler ist das Herzstück jeder elektrischen Hausinstallation. Er enthält die Schutzschalter, die jeden Stromkreis schützen, die Fehlerstromschutzschalter (FI), die Leben retten können, und den Hauptschalter, der die vom Netzbetreiber zugesagte Anschlussleistung begrenzt. Ein richtig dimensionierter Stromverteiler vermeidet kostspielige Umbauten, eliminiert das Risiko von Überlastungen und sichert die Konformität mit den Sicherheitsstandards DIN VDE 0100.

Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Wohnräume (Wohnungsgröße von Studio bis 4+ Zimmer) und berücksichtigt zusätzliche Lasten wie Induktionskochfelder, Wärmepumpen und Ladegeräte für Elektrofahrzeuge. Mit der Wahl der richtigen Größe schaffen Sie eine sichere Installation und eine zukunftssichere Basis für Ihre Elektroinstallation.

Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.

Wärmepumpe mit eigenem Stromkreis für das Innengerät. Gasheizung zählt nicht.

Ein Stromkreis à 16 A (3,68 kVA) für eine häusliche Ladestation (EVSE Modus 3) ist erforderlich.

Erforderliche Stromkreise

6Stromkreise

Umfasst Grund-Stromkreise (C1–C5) plus gewählte Zusatz-Stromkreise

Empfohlener Stromverteiler

18Module

Mit 25 % Reserve (7 freie Module nach Installation)

Mindest-Anschlussleistung
4,60 kVA
Hauptschalter (Zähler-Sicherung)
20 A
FI-Schutzschalter (Differentiale 40 A / 30 mA)
2
Belegte Module
11 Module
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Funktionsweise

1

Wählen Sie die Wohnungsgröße: Studio/1-Zimmer, 2-Zimmer, 3-Zimmer oder 4+ Zimmer. Diese bestimmt die Mindestanzahl der erforderlichen Stromkreise nach DIN VDE 0100.

2

Geben Sie den Kochfeldtyp an: Ist es Gas (kein dedizierter Stromkreis erforderlich) oder elektrisch (Induktion, Keramik oder Elektro-Kochfeld mit eigener 6-mm²-Leitung)?

3

Falls die Wohnung eine Wärmepumpe oder Heizung mit Elektrowiderstand hat, aktivieren Sie diese Option, um einen zusätzlichen Stromkreis einzuplanen.

Formel

Module = 1 (HS) + 4 (2 FI) + N Stromkreise; aufrunden mit 25 % Reserve auf Standardgröße
HS — Hauptschalter (Leitungsschutzschalter für die Gesamtinstallation); belegt ein Modul in der DIN-Hutschiene
FI — Fehlerstromschutzschalter 40 A / 30 mA; jeder FI belegt zwei Module; der Verteiler hat zwei separate FI-Gruppen
N — Gesamtanzahl Stromkreise: Grund-Stromkreise der Wohnungsgröße plus zusätzliche Stromkreise (Elektrokochfeld, Klimaanlage, Heizung, Ladestation)
25 % — Mindest-Reservepuffer von Modulfläche für künftige Erweiterungen der Installation ohne Verteiler-Austausch
Standardgröße — Verfügbare Modulgrößen nach EN 60715: 12, 18, 24, 36 oder 48 Module DIN-Hutschiene; der Rechner wählt die nächstgrößere Standardgröße zur berechneten Anforderung

So wird gerechnet

Der Stromverteiler einer Wohnung oder eines Hauses wird nach einem standardisierten Schema dimensioniert, das in der Norm DIN VDE 0100 und deren Teile (vor allem VDE 0100-430 für den Schutz durch Fehlerstromschutzschalter) festgelegt ist. Die Berechnung berücksichtigt drei Ebenen: die grundlegenden Stromkreise, die Anschlussleistung und die physikalische Größe des Verteilers.

Grundlegende Stromkreise nach Wohnungsgröße

Die DIN VDE 0100 schreibt eine Mindestzahl von Stromkreisen vor, abhängig von der Wohnungsgröße und deren Ausstattung:

  • C1: Beleuchtung: Ein Stromkreis mit 1,5 mm² Leitung und 10-A-Schutzschalter für alle festen Leuchten. Für größere Wohnungen (3+) kann die Beleuchtung auf zwei Stromkreise aufgeteilt werden, um Lastverteilung zu erreichen.
  • C2: Steckdosen Wohnung: Ein Stromkreis mit 2,5 mm² und 16-A-Schutzschalter für allgemeine Steckdosen in Wohnzimmern und Schlafzimmern, begrenzt auf vier bis sechs Steckdosen je Stromkreis.
  • C3: Kochfeld und Ofen: Falls vorhanden, benötigt ein elektrisches Kochfeld einen dedizierten Stromkreis mit 6 mm² Leitung und mindestens 25-A-Schutzschalter. Dies ist eine absolute Anforderung der DIN VDE 0100 und darf mit keinem anderen Verbraucher geteilt werden.
  • C4: Großgeräte: Waschmaschine, Geschirrspüler und Warmwasserspeicher (Boiler) benötigen einen Stromkreis mit 2,5 mm² und 16-A-Schutzschalter. In manchen Installationen werden diese auf zwei Stromkreise aufgeteilt.
  • C5: Badezimmer und Küche: Alle Steckdosen in Feuchträumen müssen auf einem Stromkreis mit FI-Schutzschalter liegen (30 mA Auslöseempfindlichkeit).

Für ein 2-Zimmer-Apartment mit Gasherd sind das mindestens 5–6 Stromkreise. Ein 3-Zimmer-Haus mit Elektrokochfeld, Wärmepumpe und Klimaanlage kann leicht 10–12 Stromkreise benötigen.

Fehlerstromschutzschalter (FI-Schutzschalter)

Der Fehlerstromschutzschalter erkennt Stromverluste zur Erde und unterbricht den Stromkreis innerhalb von Millisekunden, um Stromschlag zu verhindern. Die Norm DIN VDE 0100-430 schreibt mindestens zwei separate FI-Gruppen vor:

  • FI-Gruppe 1 (z.B. Badezimmer, Küche, Außensteckdosen): 40 A / 30 mA
  • FI-Gruppe 2 (restliche Räume): 40 A / 30 mA

Die Aufteilung in zwei Gruppen ist aus praktischen Gründen sinnvoll: Wenn eine Fehlerstelle einen FI auslöst, bleibt nur eine Gruppe stromlos, die andere kann noch funktionieren (Beleuchtung, andere Steckdosen). Ein einzelner FI für die ganze Wohnung führt zu unnötigem Komplettausfall bei kleinen Störungen. Jeder FI-Schutzschalter nimmt zwei DIN-Schienen im Verteiler ein.

Anschlussleistung und Tarifgruppen

Die Anschlussleistung wird von Ihrem Energieversorger oder Netzbetreiber vorgegeben und ist oft Standard:

TarifgruppeLeistungNennstrom
H0 (Haushalt)3,68 kW16 A
H1 (Klein)4,60 kW20 A
H2 (Klein-Mittel)5,75 kW25 A
H3 (Mittel)6,90 kW30 A
H4 (Mittel-Groß)10,35 kW45 A
H5 (Groß)13,80 kW60 A

Für ein 2-Zimmer-Apartment mit Gasherd sind 4,60 oder 5,75 kW typisch. Mit Induktionskochfeld, Wärmepumpe und Elektrofahrzeug-Ladestelle ist die nächste Stufe (10,35 kW) notwendig, manchmal sogar 13,80 kW.

Die häufigste Fehlentscheidung: Der übervolle Verteiler

Der teuerste Fehler bei Modernisierungen ist, einen Stromverteiler ohne Reserve zu planen. Fünf Jahre später benötigt man einen Klimaanlage-Stromkreis, einen Ladepunkt für das E-Auto oder eine neue Raumunterteilung. Hat der Verteiler keine freien Module, muss ein Zweitverteiler installiert werden oder der alte ausgetauscht. Beide Varianten sind teurer und aufwändiger als Vorausplanung.

Branchenpraktik und DIN VDE Richtlinien empfehlen, den Stromverteiler mit mindestens 25 Prozent Reserve zu dimensionieren. Diese Rechner berücksichtigt das automatisch: Hat die Gesamtinstallation z.B. 16 Module Platzbedarf, wird ein Verteiler mit 24 Modulen empfohlen.

Standardgrößen und DIN-Befestigung

Stromverteiler in Deutschland werden in Modulgrößen nach EN 60715 standardisiert: 12, 18, 24, 36 oder 48 Module in DIN-Hutschiene. Diese Größen sind weltweit verfügbar, austauschbar und kosteneffizient.

Wann sollte ein Elektrofachmann konsultiert werden

Diese Berechnung gibt eine Orientierung basierend auf typischen Schaltplänen. Ein echter Installationsplan, von einem zertifizierten Elektrofachmann erarbeitet, ist für Neubauten und größere Modernisierungen Pflicht und muss vom Netzbetreiber genehmigt werden (TAB — Technische Anschlussbedingungen). Der Fachmann prüft die tatsächlichen Entfernungen, Leitungsquerschnitte, die Lastverteilung zwischen den Phasen (wenn dreiphasig vorhanden) und die spezifischen Anforderungen des Gebäudes.

Bei Arbeiten an der Elektroinstallation ist ein Elektrofachbetrieb erforderlich. Die Bundesnetzagentur und die lokalen Netzbetreiber stellen Informationen zu genehmigungspflichtigen Arbeiten zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Stromkreise braucht ein 2-Zimmer-Apartment?

Ein 2-Zimmer-Apartment mit Gasherd benötigt typischerweise 5–6 Grundstromkreise: Beleuchtung, Steckdosen Wohnbereich, Steckdosen Küche/Bad, Großgeräte (Waschmaschine) und eine oder zwei FI-geschützte Feuchtraum-Steckdosen. Mit zusätzlichen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Klimaanlage steigt die Zahl auf 8–10 Stromkreise. Hinzu kommen die Schutzschalter und FI-Module, die zusammen 13–17 Module im Verteiler belegen.

Welche Größe sollte der Stromverteiler für ein Einfamilienhaus haben?

Ein freistehendes Einfamilienhaus mit 3–4 Zimmern, Gasherd und ohne Wärmepumpe hat typischerweise 8–10 Grundstromkreise, benötigt also ca. 14–18 Module Platz. Mit 25 Prozent Reserve wird ein Verteiler mit 24 oder 36 Modulen empfohlen. Falls Induktionskochfeld, Wärmepumpe und Ladepunkt für Elektrofahrzeug geplant sind, ist eine Größe von 36–48 Modulen angemessen.

Muss ein Induktionskochfeld einen separaten Stromkreis haben?

Ja, ein Induktionskochfeld ist wie jedes elektrische Kochfeld ein Pflichtfall für einen dedizierten Stromkreis nach DIN VDE 0100. Das ist nicht verhandelbar. Die Leitung muss mindestens 6 mm² sein, der Schutzschalter mindestens 25 A. Kein anderes Gerät darf diesen Stromkreis teilen. Diese Rechner addiert automatisch einen Stromkreis und 3,6 kW zur Anschlussleistung, wenn Sie 'Elektrisches Kochfeld' wählen.

Was sind FI-Schutzschalter und warum werden zwei benötigt?

FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter, auch RCD oder Differenzschalter genannt) erkennen Stromverluste zur Erde und unterbrechen den Stromkreis in Millisekunden, um Stromschlag zu vermeiden. Die Norm DIN VDE 0100 schreibt mindestens zwei separate FI-Gruppen vor, damit ein Auslösen nicht die ganze Wohnung verdunkelt. Der Fachmann oder die Bedienungsanleitung gibt an, welche Stromkreise in welche FI-Gruppe gehören.

Kann ich eine Ladestation für mein Elektrofahrzeug im bestehenden Stromverteiler einbauen?

Das hängt von zwei Faktoren ab: Verfügbare Module im Verteiler und Anschlussleistung. Eine typische 16-A-Ladestation (EVSE Modus 3) benötigt 3,68 kW zusätzlich und einen eigenen Stromkreis mit 2,5 mm² Leitung. Hat der Verteiler noch freie Module und die Anschlussleistung reicht aus, installiert der Fachmann die Leitung ohne Verteiler-Austausch. Ist der Verteiler voll oder die Anschlussleistung unzureichend, muss der Verteiler vergrößert und die Anschlussleistung erhöht werden.

Wann ist ein Installationsplan bei einem Fachmann erforderlich?

In Deutschland ist ein Installationsplan (erstellt von einem zertifizierten Elektrofachmann) zwingend für Neubauten und für Modernisierungen, bei denen die Elektroinstallation geändert wird. Der Plan muss den Netzbetreiber zur Genehmigung nach TAB (Technische Anschlussbedingungen) vorgelegt werden. Für einfache Wartungen ohne Änderung der Anschlussleistung genügt eine Konformitätserklärung des Fachbetriebs.

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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 21. Juni 2026

Diese Berechnung bietet eine orientierte Schätzung basierend auf typischen Installationsmustern. Die tatsächliche Größe des erforderlichen Stromverteilers hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich lokaler Bauvorschriften, Netzqualität und zukünftiger Erweiterungsabsichten. Arbeiten an Stromverteilern müssen von einem zertifizierten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Die Netzbetreiber verlangen oft einen genehmigten Installationsplan. Konsultieren Sie immer einen Fachmann, bevor Sie Veränderungen an der Elektroinstallation durchführen — falsche Dimensionierung kann zu Brandgefahr oder Stromschlag führen.