Dachrinnen und Fallrohre berechnen: Länge und Anzahl
Berechnet die Länge der Dachrinne, die Anzahl der Fallrohre und die Zuschnitte in 3-m-Teilen, mit Verschnittzugabe für Ecken und Überlappungen.
Ein Walmdach mit 40 m Traufenlänge und 6 m Traufhöhe bis zum Gelände ergibt folgendes Ergebnis: 44 m Dachrinne bei 10 % Verschnittzugabe, also 15 Teile à 3 m, sowie 4 Fallrohre mit insgesamt 26 m Länge. Genau diese Werte liefert der Rechner, sobald die Maße eingegeben sind.
Die Dachrinne, auch Traufrinne genannt, fängt das Regenwasser entlang der Traufe auf und leitet es zu den Fallrohren. Ihre Länge ergibt sich aus der Summe aller Traufabschnitte, die Regenwasser aufnehmen. Bei einem Walmdach laufen die Traufen auf allen vier Seiten um. Bei einem Satteldach sind es meist nur die beiden Längsseiten, weil die Giebel mit dem Ortgang abschließen und keine Rinne erhalten. Ein Einfamilienhaus mit Walmdach hat deshalb in der Regel deutlich mehr Dachrinne als eine Doppelhaushälfte mit Satteldach.
Die Berechnung folgt einer Faustregel: je 10 m Dachrinne ein Fallrohr. Bei 40 m Traufe sind das 4 Fallrohre. Die Länge jedes Fallrohrs ergibt sich aus der Traufhöhe zuzüglich 0,5 m für den horizontalen Anschluss an die Rinne und den Auslauf am unteren Ende. Die Faustregel ersetzt keine Bemessung. Die verbindliche Dimensionierung richtet sich nach der Dachfläche und der örtlichen Regenspende, die sich mit dem Datensatz KOSTRA-DWD des Deutschen Wetterdienstes ermitteln lässt.
Bei der Eingabe zählt jede Traufseite, die Regenwasser aufnimmt, also Vorder- und Rückseite sowie weitere Traufen. Die Traufhöhe ist der senkrechte Abstand von der Rinne bis zum Gelände. Bei Dächern mit vielen Ecken, Gauben oder Dachfenstern ist eine Verschnittzugabe von 15 % sinnvoller als 10 %, weil dort mehr Schnitte und Überlappungen anfallen.
Das Ergebnis ist eine Mengenangabe für die Bestellung und keine Nachweisrechnung. Bei größeren Gebäuden, komplexen Dachformen oder dem Anschluss an eine Regenwasserkanalisation sollte ein Spengler oder Fachplaner die Dimensionierung prüfen.
Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.
Summe aller Traufabschnitte, die eine Dachrinne erhalten sollen — Vorderseite, Rückseite und Giebelseiten, je nach Planung.
Vertikaler Abstand von der Dachrinne bis zum Geländeniveau. Dient zur Berechnung der Fallrohrlänge.
Berücksichtigt Zuschnitte, Ecken und Überlappungen. Empfohlen: 10 % bei geraden Rinnen; 15 % bei vielen Ecken.
Optional. Geben Sie den Preis pro Laufmeter Dachrinne ein, um die geschätzten Kosten zu erhalten.
Optional. Geben Sie den Preis pro Meter Fallrohr ein, um die Gesamtkosten zu berechnen.
Zu bestellende Meter Dachrinne
8 Stück à 3 m (Verschnittzuschlag bereits enthalten)
Empfohlene Fallrohre
7,0 m Rohr insgesamt (3 Stück à 3 m)
- Bruttolänge der Dachrinne
- 20,0 m
- Verschnittzuschlag
- 2,0 m
- Rinnenstücke (3 m)
- 8 Stück
- Gesamtlänge der Fallrohre
- 7,0 m
- Fallrohrstücke (3 m)
- 3 Stück
Funktionsweise
Formel
So wird gerechnet
Dachrinnen und Fallrohre: Berechnung und Planung
Die Dachrinne wird häufig unterschätzt, bis Wasser an der Fassade herabläuft. Reicht die Ableitung nicht aus, läuft das Regenwasser über die Rinne, durchfeuchtet das Mauerwerk im Sockelbereich, begünstigt Algenbildung und Schimmel und kann Erdreich am Fundament auswaschen. Besonders bei Starkregen zeigt sich, ob eine Anlage ausreichend bemessen ist. Der Rechner ermittelt die Mengen für die Bestellung. Er beschreibt nicht die hydraulische Leistung der Anlage, und dieser Unterschied sollte beim Lesen der Ergebnisse im Blick bleiben.
Wie sich die Länge der Dachrinne ermitteln lässt
Ausgangspunkt ist die Traufenlänge, also die Summe aller waagerechten Abschnitte, an denen Regenwasser abläuft. Bei einem Satteldach erhalten meist nur die beiden Längsseiten eine Dachrinne, während die Giebel mit dem Ortgang abschließen. Bei einem Walmdach laufen die Traufen auf allen vier Seiten um. Bei einer Doppelhaushälfte entfällt die Seite zum Nachbarhaus, sofern dort keine Rinne vorgesehen ist. Die Abschnitte werden in Metern gemessen und anschließend addiert. Das Ergebnis ist der Bruttowert.
Hinzu kommt die Verschnittzugabe. Sie deckt Schnitte an Ecken, Überlappungen an Verbindungsstellen und Verluste bei den Zuschnitten ab. Der Rechner verwendet die Formel L_mit_Zugabe = L_Dachrinne × (1 + d / 100). Bei geraden Rinnen mit wenigen Verbindungen reichen in der Praxis 10 %. Bei vielen Ecken, Gauben oder Dachfenstern ist 15 % realistischer.
Der Rechner geht von Teilen zu 3 m aus, und die Anzahl der Teile wird auf die nächste ganze Zahl aufgerundet. Ist die Ware in anderen Längen erhältlich, teilen Sie die Bestellmenge durch die tatsächliche Teillänge und runden auf. Aus 44 m werden so bei Teilen von 4 m genau 11 Stück.
Anzahl der Fallrohre
Die Anzahl folgt der Faustregel, die der Rechner umsetzt: ein Fallrohr je 10 m Dachrinne, aufgerundet auf die nächste ganze Zahl. Bei 40 m Traufe ergeben sich 4 Fallrohre, bei 8 m mindestens 1. Bei kleinen Dächern wird häufig ein zweites Fallrohr vorgesehen, damit bei einer Verstopfung durch Laub der zweite Strang den Abfluss übernehmen kann. Diese Entscheidung ist eine planerische Frage und keine Rechenvorschrift.
Die Faustregel gilt als Richtwert für Wohngebäude. Die Bemessung nach DIN EN 12056-3 bestimmt die erforderliche Ableitung anhand der angeschlossenen Dachfläche und der Regenspende. Bei großen Dachflächen je Fallrohr oder bei starkem Regen kann eine engere Anordnung nötig sein. In solchen Fällen ist die Normbemessung maßgeblich und ersetzt die Faustregel.
Länge des Fallrohrs
Die Länge jedes Fallrohrs ergibt sich aus der Traufhöhe h zuzüglich 0,5 m. Dieser Zuschlag deckt den waagerechten Anschluss an die Rinne, den Übergang und den Auslauf am Boden ab. Bei 6 m Traufhöhe sind das 6,5 m je Fallrohr. Bei vier Fallrohren ergeben sich insgesamt 26 m. Die Rechnung setzt eine gerade, senkrechte Führung voraus. Hat das Fallrohr Versätze, Bögen oder Anschlüsse an eine Grundleitung, ist die tatsächliche Länge größer, und die Bestellmenge sollte entsprechend ergänzt werden.
Werkstoffe und Profile
Gebräuchlich sind Kunststoff (PVC oder PP), verzinkter Stahl, Aluminium, Zink, Kupfer und Edelstahl. Kunststoffrinnen sind leicht und lassen sich ohne Spezialwerkzeug verarbeiten. Sie dehnen sich bei Wärme stärker aus als Metall, weshalb Dehnungsfugen und Steckverbindungen mit Dichtring vorgesehen werden sollten. Metallrinnen sind formstabiler und haben im Allgemeinen eine längere Nutzungsdauer, erfordern jedoch fachgerechte Verbindungen und eine Prüfung der Werkstoffverträglichkeit mit der Dachdeckung. Bei Küstennähe oder in Industriegebieten mit aggressiver Luft sollte die Werkstoffwahl mit einem Fachbetrieb abgestimmt werden.
Bei den Profilen sind Halbrund- und Kastenformen verbreitet. Die Querschnitte richten sich nach der angeschlossenen Dachfläche und der Regenspende und stehen in den technischen Unterlagen der Hersteller. Das Fallrohr sollte nicht enger sein als die Rinne, damit es nicht zum Engpass wird. Die Kehle, die zwei Dachflächen an einer Innenecke verbindet, ist keine Traufrinne und wird nach eigenen Regeln bemessen.
Häufige Fehler bei der Montage
Der häufigste Fehler ist ein fehlendes oder zu geringes Gefälle. Die Rinne muss zum Fallrohr hin geneigt sein, damit das Wasser ohne Stau abläuft. Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen, Laub und Schmutz setzen sich ab, und die Rinne läuft bei Regen über. Ein zweiter Fehler ist die zu geringe Anzahl an Fallrohren bei langen Traufen. Mehrere Rinnenabschnitte, die alle in ein einziges Fallrohr entwässern, überlasten die Anlage bei starkem Regen.
Der dritte Fehler betrifft die Abdichtung. Bei Kunststoffrinnen gehören Dichtringe in die Muffen, und Dehnungsfugen müssen an den vorgesehenen Stellen sitzen, damit sich der Werkstoff bei Temperaturschwankungen ausdehnen und wieder zusammenziehen kann. Die Unterschiede zwischen Sommer und Winter sind in Deutschland erheblich, weshalb diese Fugen nicht fehlen sollten. An den Stoßstellen sind die Herstellerangaben zur Verbindung und Abdichtung zu beachten.
Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
Für einfache, gerade Traufen an einem Wohngebäude kann die Montage in Eigenleistung erfolgen, sofern die nötigen Fachkenntnisse vorhanden sind. Ein Spengler oder Dachdecker ist dagegen zu empfehlen bei Dächern mit vier Traufseiten und komplexen Ecken, bei Kehlen, Gauben, mehrgeschossigen Gebäuden und dem Anschluss an die Grundstücksentwässerung. Für die Planung der Grundstücksentwässerung gelten zudem die technischen Bestimmungen der Normenreihe DIN 1986. Die Entwässerung von Neubauten gehört in vielen Ländern zu den Bauvorlagen, und die Anforderungen ergeben sich aus der Landesbauordnung und der kommunalen Entwässerungssatzung. Manche Gemeinden schreiben vor, dass Niederschlagswasser auf dem Grundstück versickert oder gedrosselt abgeleitet wird. Auskunft erteilen das Bauamt oder der kommunale Abwasserbetrieb.
Grenzen des Rechners
Der Rechner eignet sich für Wohngebäude mit geraden, einfachen Traufen. Er berücksichtigt weder die Größe der Dachfläche noch die Regenspende am Standort. Für Gewerbe- und Industriegebäude mit großen Dachflächen, für Dachbegrünungen sowie für Flachdächer mit Notüberläufen oder Attikaentwässerung gelten eigene Anforderungen, die in dieser Berechnung nicht abgebildet sind. Wird das Regenwasser in einer Zisterne gesammelt, muss zusätzlich der Überlauf geplant werden.
Kosten
Die Preisfelder sind optional. Der Rechner enthält keine Marktpreise. Er multipliziert nur die Mengen mit den Preisen, die Sie eingeben. Die Eingaben sollten aus aktuellen Angeboten stammen, da Material- und Montagepreise regional und zeitlich stark schwanken. Die Materialkosten sind außerdem nur ein Teil des Gesamtaufwands, weil Befestigungen, Verbindungsstücke, Gerüst und Montage hinzukommen.
Ein Beispiel zum Nachrechnen
Ein Einfamilienhaus in Köln mit Satteldach hat an den beiden Längsseiten je 14 m Traufe, insgesamt also 28 m. Mit 10 % Verschnittzugabe ergeben sich 30,8 m Dachrinne. Geteilt durch Teile von 3 m und aufgerundet sind das 11 Teile. Die Anzahl der Fallrohre ergibt sich aus 28 m geteilt durch 10 m, aufgerundet auf 3 Stück. Bei einer Traufhöhe von 5 m ergeben sich 3 × (5 + 0,5) = 16,5 m Fallrohr. Die Werte lassen sich mit den Eingabefeldern des Rechners direkt überprüfen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dachrinne und Kehle?
Die Dachrinne, auch Traufrinne genannt, verläuft entlang der unteren Kante der Dachfläche und fängt das Wasser am Traufrand auf. Die Kehle ist dagegen eine Rinne in der Innenecke, in der zwei geneigte Dachflächen zusammentreffen. Sie führt das Wasser beider Flächen gemeinsam ab und wird nach eigenen Regeln bemessen. Der Rechner berechnet die Traufrinne. Für Kehlen sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden, weil an dieser Stelle größere Wassermengen zusammenkommen und die Abdichtung anspruchsvoller ist.
Wie viele Fallrohre braucht man pro Meter Dachrinne?
Die Faustregel des Rechners lautet: ein Fallrohr je 10 m Dachrinne, aufgerundet auf die nächste ganze Zahl. Bei Traufen unter 10 m reicht rechnerisch ein Fallrohr, häufig wird jedoch ein zweites vorgesehen, damit bei einer Verstopfung ein weiterer Abfluss bleibt. Bei starkem Regen oder großen Dachflächen je Fallrohr kann eine dichtere Anordnung erforderlich sein. Maßgeblich ist die Bemessung nach DIN EN 12056-3, die die angeschlossene Dachfläche und die örtliche Regenspende berücksichtigt. Im Zweifel legt ein Spengler die Anzahl fest.
Welche Materialien für Dachrinnen sind in Deutschland üblich?
Üblich sind Kunststoff (PVC oder PP), verzinkter Stahl, Aluminium, Zink, Kupfer und Edelstahl. Kunststoffrinnen sind leicht, lassen sich ohne Spezialwerkzeug verarbeiten und benötigen Dehnungsfugen, da sie sich bei Wärme stärker ausdehnen. Metallrinnen sind formstabiler und haben im Allgemeinen eine längere Nutzungsdauer, verlangen aber fachgerechte Verbindungen. Die Wahl hängt von Dachdeckung, Standort und Optik ab. Bei Küstennähe oder aggressiver Luft in Industriegebieten sollte die Werkstoffeignung mit dem Hersteller oder dem Spengler abgestimmt werden.
Welches Gefälle braucht eine Dachrinne?
Die Dachrinne muss zum Fallrohr hin geneigt sein, damit das Wasser ohne Stau abfließt. Die genaue Neigung ergibt sich aus den technischen Angaben des Rinnenherstellers und den anerkannten Regeln der Technik. Wichtig ist ein gleichmäßiges Gefälle ohne durchhängende Stellen, denn dort sammeln sich Wasser, Laub und Schmutz. Eine Rinne ohne ausreichendes Gefälle läuft bei Regen über. Zur Kontrolle eignen sich eine Wasserwaage oder eine gespannte Schnur über die gesamte Länge.
Muss ich einen Fachbetrieb beauftragen?
Für einfache, gerade Traufen an einem Wohngebäude kann die Montage in Eigenleistung erfolgen, wenn die nötigen Fachkenntnisse vorhanden sind. Ein Spengler oder Dachdecker ist dagegen zu empfehlen bei Dächern mit vier Traufseiten und komplexen Ecken, Kehlen, Gauben, mehrgeschossigen Gebäuden und dem Anschluss an die Grundstücksentwässerung. Bei Neubauten gehört die Entwässerungsplanung in vielen Ländern zu den Bauvorlagen. Die Vorgaben regeln die Landesbauordnung und die kommunale Entwässerungssatzung, Auskunft erteilt das Bauamt.
Welcher Rinnenquerschnitt passt zu einem Einfamilienhaus?
Der Querschnitt richtet sich nach der angeschlossenen Dachfläche und der Regenspende am Standort, nicht nach der Zahl der Zimmer. Eingangsgrößen der Bemessung nach DIN EN 12056-3 sind die Dachfläche und die Regenspende. Die Hersteller veröffentlichen Tabellen, welche Rinnen- und Fallrohrquerschnitte zu welcher Fläche passen. Das Fallrohr sollte nicht enger sein als die Rinne, damit es nicht zum Engpass wird. Bei Unsicherheit hilft eine Auslegung durch den Spengler oder Fachplaner, bevor die Teile bestellt werden.
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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 3. Juli 2026
Die Ergebnisse sind Schätzwerte für die Materialplanung. Die tatsächliche Menge hängt von Dachform, Zuschnitt, Montage und den Angaben des Herstellers ab. Die Entwässerungsbemessung ersetzt keine fachliche Planung nach den geltenden Normen und Vorschriften.
