Dachziegel nach Typ berechnen: Stückzahl und Verschnitt
Ermittelt die Stückzahl der Dachziegel je Typ und Format, mit Verschnitt und optionalem Preis: Marselha, Lusa, Romana und Canudo.
Bei 100 m² geneigter Dachfläche, 10 % Verschnitt und der Marselha Standard mit rund 16 Stück je m² werden 1.760 Dachziegel benötigt (100 × 16 × 1,10). Die Stückzahl hängt damit von drei Größen ab: vom Ziegeltyp und dem Format, von der tatsächlichen Dachfläche und vom gewählten Verschnitt. Dieser Rechner ermittelt die Anzahl für alle vier Typen und jedes Format.
Die Ziegelarten stammen aus der portugiesischen Dachtradition und unterscheiden sich vor allem im Profil und in der Verlegung. Die Marselha ist ein flacher Falzziegel, der sich seitlich und oben verfalzt und sich deshalb zügig verlegen lässt. Die Lusa ist ein einteiliger Ziegel mit flachem Rand und integriertem Wulst. Die Romana liegt im Profil zwischen Marselha und Lusa. Der Canudo besteht aus zwei getrennten Teilen, einer Rinne und einer Deckschale, und braucht deshalb deutlich mehr Stücke je Quadratmeter.
Der entscheidende Unterschied zeigt sich bei großen Flächen. Bei 80 m² und 10 % Verschnitt benötigt man 1.408 Stück Marselha Standard, aber 3.520 Stück Canudo T1. Diese Menge wirkt sich auf Transport, Lagerfläche, Montagezeit und das Gewicht der Dacheindeckung aus und gehört deshalb früh in die Planung.
Die Fläche muss die geneigte Dachfläche sein, nicht der Grundriss des Gebäudes. Bei 35 % Neigung ist die geneigte Fläche 5,9 % größer als der Grundriss, bei 45 % sind es rund 9,7 %. Wer den Grundriss eingibt, bestellt zu wenig Material.
Die Werte für Verschnitt und Stückzahl je m² sind Voreinstellungen. Weicht das Datenblatt des Herstellers ab, wählen Sie Benutzerdefiniert und tragen den dort genannten Wert ein. Die Berechnung bleibt dieselbe.
Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.
Geneigte Dachfläche, Dachneigung bereits eingerechnet
Wird durch den gewählten Typ und das Format vorbelegt
Empfohlen: 10 % bei einfachen Dächern, 15 % bei mehreren Dachflächen
Aktuelle Preise finden Sie bei OBI, Bauhaus oder Hornbach
Benötigte Dachziegel
Inklusive 128 Stück Sicherheitsreserve
- Dachfläche
- 80,0 m²
- Verlegebedarf des gewählten Typs
- 16 Stück/m²
- Dachziegel ohne Zuschlag
- 1.280 Stück
Funktionsweise
Formel
So wird gerechnet
Die vier Ziegeltypen im Vergleich
Die Ziegelformen des Rechners stammen aus der portugiesischen Dachtradition und unterscheiden sich vor allem im Profil, in der Verlegeart und in der Überdeckung. Entscheidend für die Stückzahl ist, wie viele Ziegel sich auf einem Quadratmeter überlappen. Der Rechner bildet deshalb vier Typen ab. Marselha, Lusa, Romana und Canudo sind portugiesische Typbezeichnungen und werden hier unverändert verwendet.
Marselha: Die Marselha ist ein flacher Falzziegel, der sich seitlich und oben verfalzt. Die Verfalzung erleichtert die Verlegung und begrenzt das Eindringen von Wasser. Das Standardformat benötigt mehr Stücke je Quadratmeter als das Format Groß, weil es kleiner ist.
Lusa: Die Lusa ist ein einteiliger Ziegel mit flachem Rand und integriertem Wulst. Der Rechner unterscheidet drei Formate: Klassisch, Nr. 1 und 3 Kanäle. Das Format mit drei Kanälen ist das größte und am stärksten überlappte, deshalb liegt sein Bedarf je Quadratmeter am niedrigsten.
Romana: Die Romana liegt im Profil zwischen Marselha und Lusa. Sie ist in den Formaten Standard und Groß erhältlich, wobei das größere Format weniger Stücke je Quadratmeter benötigt.
Canudo: Der Canudo besteht aus zwei getrennten Teilen: einer konkaven Rinne, die direkt auf der Lattung liegt, und einer konvexen Deckschale, die über der Fuge zwischen zwei Rinnen sitzt. Mit den Voreinstellungen des Rechners hat er unter den vier Typen die größte Spanne beim Bedarf je Quadratmeter, zwischen dem kleinen Format T1 und dem großen Format T3. Die Verlegung ist aufwendiger und verlangt mehr Präzision als die Systeme mit Verfalzung.
Bedarf je Quadratmeter und Stückzahl
Der Bedarf gibt an, wie viele Ziegel für einen Quadratmeter geneigter Dachfläche benötigt werden. Er hängt vom Typ, vom Format und von der tatsächlichen Überdeckung ab, die wiederum von der Dachneigung bestimmt wird. Die Werte im Rechner sind Voreinstellungen zur Orientierung. Sie sind keine genormten Kennwerte und ersetzen nicht die Angaben im Datenblatt des Herstellers. Weicht das Datenblatt ab, wählen Sie Benutzerdefiniert und tragen den dort genannten Wert ein.
Die Stückzahl ergibt sich aus der Formel N = ⌈A × r × (1 + D/100)⌉. Die Fläche A wird mit dem Bedarf r multipliziert, anschließend um den Verschnitt D erhöht und auf die nächste ganze Zahl aufgerundet.
Der Unterschied zwischen den Typen wird bei größeren Flächen erheblich. Mit den Voreinstellungen des Rechners benötigt man bei 80 m² Dachfläche und 10 % Verschnitt 1.408 Stück Marselha Standard, dagegen 3.520 Stück Canudo T1. Dieser Unterschied wirkt sich auf Transport, Lagerfläche, Montagezeit und Gewicht des Dachs aus und sollte bereits in der Kalkulation berücksichtigt werden.
Geneigte Fläche statt Grundriss
Die Fläche muss die tatsächliche Dachfläche sein, also die schräge Fläche der Dachebene, und nicht die Fläche im Grundriss. Beide Werte stimmen nur bei einem flachen Dach überein. Der Zusammenhang lautet: Geneigte Fläche = Grundrissfläche × √(1 + (Neigung in % ÷ 100)²). Bei 30 % Neigung ist die geneigte Fläche um 4,4 % größer als der Grundriss, bei 45 % um rund 9,7 %.
Wer den Grundriss eingibt, bestellt zu wenig Material. Eine Nachbestellung kann dann aus einem anderen Fertigungslos stammen, mit leichten Unterschieden in Farbton oder Maß, die nach einiger Zeit im Dachbild sichtbar werden.
Verschnitt und Reserve
Der Verschnitt deckt drei Fälle ab: Schnitte am Rand und an den Kehlen, Bruch bei Transport und Verlegung sowie eine Reserve für spätere Reparaturen. Der Rechner schlägt als Ausgangswert 10 % für einfache Dächer mit ein oder zwei Dachflächen vor und 15 % für Dächer mit mehreren Dachflächen, Kehlen, Dachfenstern oder unregelmäßigen Grundrissen. Diese Werte sind Planungsannahmen des Rechners und keine normativen Vorgaben. Die passende Höhe hängt von der Geometrie des Dachs ab und sollte mit dem ausführenden Betrieb abgestimmt werden.
Beim Canudo entstehen wegen der zweiteiligen Verlegung mehr Schnitte am Ortgang, an den Kehlen und am First. Deshalb sollte man hier einen höheren Zuschlag einplanen als bei Systemen mit Verfalzung.
Bestellen Sie alle Ziegel aus demselben Fertigungslos. Auch Ziegel desselben Modells können sich in Farbton und Maß unterscheiden, und diese Abweichungen werden nach längerer Bewitterung sichtbar. Die Reserve sollte daher aus demselben Los stammen und trocken gelagert werden.
Typische Fehler bei der Berechnung
Ein typischer Fehler ist die Verwechslung von Grundriss und geneigter Fläche. Ein weiterer ist die falsche Wahl des Formats: Bei 100 m² Dachfläche und 10 % Verschnitt beträgt der Unterschied zwischen Marselha Standard und Marselha Groß mit den Voreinstellungen 330 Stück. Ein dritter Fehler entsteht, wenn der Wert aus dem Datenblatt nicht zum gewählten Format passt. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung, ob Typ, Format und Fläche zusammenpassen.
Grenzen des Rechners
Der Rechner ermittelt aus Fläche, Bedarf und Verschnitt eine Stückzahl. Er prüft weder die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion noch den Lattenabstand, die Mindestdachneigung der einzelnen Typen oder die Ausführungsdetails des Dachs. Diese Angaben ergeben sich aus den Verlegeanleitungen der Hersteller und aus der Norm DIN 18338 (VOB Teil C, Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten). Die Anforderungen an die Produkte sind in DIN EN 1304 festgelegt.
Bei Dächern mit komplexer Geometrie, etwa mit vielen Dachflächen, gebogenen Kehlen oder Gauben, ist die Schätzung über den Rechner nur ein Richtwert. Ein Fachbetrieb nimmt das Dach auf, ermittelt die Fläche jeder Dachfläche einzeln und legt die Stückzahl fest. Der Rechner sollte deshalb nicht allein als Grundlage für eine Ausschreibung oder Abrechnung dienen.
Bestellung und Lagerung
Die berechnete Stückzahl ist die Mindestmenge. Vor der Bestellung lohnt sich ein Blick auf die Verpackungseinheit, also auf die Angabe, wie viele Ziegel je Palette geliefert werden. Die Menge sollte dann auf volle Paletten aufgerundet werden, damit die Reserve möglichst aus demselben Fertigungslos stammt. Bei längerer Lagerung auf der Baustelle sollten die Ziegel trocken, flach und vor Verschmutzung geschützt liegen, damit Kanten und Oberflächen unbeschädigt bleiben. Das Gewicht der vollen Paletten ist bei der Planung von Transport und Zugang zum Dach zu berücksichtigen.
Eigener Wert und Kontrolle
Wenn Sie Benutzerdefiniert wählen, rechnet der Rechner mit dem eingegebenen Wert genauso weiter. Das ist nützlich bei importierter Ware, bei handwerklich gefertigten Ziegeln mit nicht genormten Maßen oder wenn der Planer eine andere Überdeckung vorgibt. Kontrollieren Sie den Wert vor der Bestellung. Schon eine Abweichung von einem einzigen Stück je m² verändert bei 100 m² die Bestellung um 110 Stück mit Verschnitt.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Dachziegel je Quadratmeter benötigt man?
Der Rechner hinterlegt je Typ und Format Voreinstellungen zwischen etwa 10 und 40 Stück je m². Beispiele: Marselha Standard etwa 16, Marselha Groß etwa 13, Lusa Nr. 1 etwa 16, Romana Standard etwa 14, Canudo T1 etwa 40 und Canudo T3 etwa 22 Stück je m². Diese Werte sind Orientierungswerte des Rechners und keine genormten Kennwerte. Die tatsächliche Zahl hängt von Überdeckung und Dachneigung ab, daher gilt im Zweifel das Datenblatt des Herstellers. Die Stückzahl für eine Fläche erhält man, indem man den Wert mit der Dachfläche multipliziert und den Verschnitt hinzurechnet.
Worin unterscheiden sich Lusa und Canudo?
Beide Typen sind traditionelle Ziegel mit gewölbtem Profil, werden aber unterschiedlich verlegt. Die Lusa ist ein einteiliger Ziegel mit flachem Rand und integriertem Wulst, der sich in der Verlegung mit den Nachbarziegeln überlappt. Der Canudo besteht dagegen aus zwei getrennten Teilen: der konkaven Rinne, die direkt auf der Lattung liegt, und der konvexen Deckschale, die über der Fuge zwischen zwei Rinnen sitzt. Dadurch braucht der Canudo mehr Stücke je Quadratmeter, mehr Zeit für die Verlegung und eine genauere Ausrichtung. Die Wahl zwischen beiden hängt daher vor allem vom gewünschten Erscheinungsbild, vom Aufwand und von der Erfahrung des ausführenden Betriebs ab.
Kann ich einen eigenen Wert für die Ziegel je m² eingeben?
Ja. Wählen Sie in jedem Typ das Format Benutzerdefiniert und tragen Sie den Wert aus dem Datenblatt des Herstellers oder aus den Planunterlagen ein. Diese Option ist nützlich bei importierter Ware, bei handwerklich gefertigten Ziegeln mit nicht genormten Maßen oder wenn der Planer bei geänderter Dachneigung eine andere Überdeckung vorgibt. Der Rechner verwendet den eingegebenen Wert wie die Voreinstellungen und rechnet mit derselben Formel weiter. Prüfen Sie den Wert sorgfältig, denn er bestimmt die gesamte Bestellung.
Welchen Verschnitt sollte ich bei Canudo ansetzen?
Bei Canudo sollte der Verschnitt höher angesetzt werden als bei Systemen mit Verfalzung. Der Grund liegt in der zweiteiligen Verlegung: Rinnen und Deckschalen erzeugen am Ortgang, an den Kehlen und am First mehr Schnitte, und die Gefahr eines Bruchs beim Umgang mit zwei getrennten Teilen ist höher. Bei Dächern mit vielen Dachflächen, Dachfenstern oder Schornsteinen ist ein größerer Zuschlag sinnvoll. Überschüssige Stücke aus demselben Fertigungslos sollte man für spätere Reparaturen aufbewahren.
Wie berechne ich die geneigte Dachfläche?
Die geneigte Dachfläche ergibt sich aus der Grundrissfläche multipliziert mit dem Faktor √(1 + (Neigung in % ÷ 100)²). Für übliche Neigungen gilt: 25 % ergibt 1,031, 30 % ergibt 1,044, 35 % ergibt 1,059, 40 % ergibt 1,077 und 45 % ergibt 1,097. Bei einem Grundriss von 100 m² und 35 % Neigung beträgt die geneigte Dachfläche also 105,9 m². Wird der Grundriss statt der geneigten Fläche eingegeben, fällt die Bestellung zu knapp aus. Bei einem Dach mit mehreren Ebenen rechnen Sie jede Dachfläche einzeln und addieren die Ergebnisse.
Wann sollte ein Fachbetrieb die Ziegelmenge ermitteln?
Bei Dächern mit komplexer Geometrie, also mit mehreren Dachflächen, gebogenen Kehlen, Gauben oder unregelmäßigem Grundriss, ist die manuelle Berechnung oft ungenau. Ein Architekt, ein Bauingenieur oder ein Dachdeckerbetrieb nimmt das Dach auf, ermittelt die Fläche je Dachfläche und legt Stückzahl sowie Zubehör wie Gratziegel, Befestigungen und Unterdeckung fest. Die Vorgaben richten sich nach den Herstellerangaben, nach der Norm DIN 18338 und nach der Produktnorm DIN EN 1304.
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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 11. Juli 2026
Die Ergebnisse sind Schätzwerte für die Materialplanung. Die tatsächliche Stückzahl hängt von Verlegeart, Überdeckung, Dachneigung und Zuschnitt ab. Für die Ausführung gelten die Angaben des Herstellers und die Norm DIN 18338. Bei komplexen Dächern ist ein Fachbetrieb zu beauftragen.
