Glasfasergewebe für WDVS-Fassaden – m² und Rollen
Berechnet Quadratmeter Glasfasergewebe für Wärmedämmverbundsysteme. Berücksichtigt Fensterabzüge, Überlappspielsätze und Rollenanzahl.
Für ein Einfamilienhaus mit 185 m² Fassadenfläche und 38 m² Fenster- und Türöffnungen beträgt die Nettofläche 147 m². Mit 15 % Zuschlag für Überlappstoße, Eckenverstärkungen und Schnittverluste werden 169 m² Glasfasergewebe benötigt – das entspricht 4 Rollen à 50 m² (⌈169 ÷ 50⌉ = 4).
Das Glasfasergewebe ist das Verstärkungselement im Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und schützt die Oberputzschicht vor Rissbildung. Es wird auf die Dämmplatte über der Grundputzschicht aufgebracht und verteilt die Spannungen aus Temperatur- und Feuchtigkeitsbewegungen gleichmäßig. Eine falsch bemessene oder unzureichend verlegte Armierung ist eine häufige Ursache für Putzrisse, die nach wenigen Wintern sichtbar werden.
Der Überlappstoß von mindestens 10 cm ist der kritischste Punkt: In der Praxis wird dieser häufig unterschätzt, was zu Risslinien an den Stößen führt. Die DIN V 18599 und die Zulassungen der Systemhersteller schreiben diese Überlappstoßbreite vor. Sie ist bereits in dem Zuschlagssatz von 15 % enthalten, der auch die Eckenverstärkungen und den normalen Schnittverlust abdeckt.
Geben Sie die Gesamtfassadenfläche, die abzuziehende Öffnungsfläche und den Überlappspielsatz ein. Der Rechner zeigt Ihnen die benötigte Netzfläche und die Anzahl der zu bestellenden Rollen.
Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.
Summe der außenliegenden Wände vor Abzug von Öffnungen.
Summe aller Fenster- und Türöffnungen (kann 0 sein).
Berücksichtigt Überlappstoße (min. 10 cm) und Schnittverluste. 15 % ist der Standardwert.
50 m² = Rolle 50 m × 1 m. Überprüfen Sie die genauen Abmessungen des Produkts.
Preis pro Rolle Glasfasergewebe (ohne Verarbeitung). Lassen Sie leer, um Kosten zu ignorieren.
Erforderliche Rollen
für 207,0 m² Glasfasergewebe (einschließlich 15 % Zuschlag)
- Zu belegende Nettofläche
- 180,00 m²
- Gesamtfläche mit Zuschlag
- 207,0 m²
- Zu bestellende Rollen
- 5 × 50 m²
Funktionsweise
Formel
So wird gerechnet
Das Glasfasergewebe, auch als Armierungsgewebe oder Bewehrungsgewebe bekannt, ist in modernen Wärmedämmverbundsystemen unverzichtbar. Es wird zwischen der Grundputzschicht und dem Oberputz angebracht und erfüllt drei kritische Funktionen: Es verteilt die Spannungen aus thermischen Bewegungen und Feuchtigkeitsschwankungen gleichmäßig über die Fassadenfläche, reduziert die Rissneigung in der Putzbeschichtung und erhöht die Schlagfestigkeit der Fassade. Ohne eine ordnungsgemäße Armierung zeigen sich nach wenigen Jahren typischerweise Netzrisse, die später als kostspielige Instandhaltungsmaßnahme neu verfugt werden müssen.
Die erforderliche Menge des Gewebes berechnet sich aus der Nettofassadenfläche (Gesamtfläche abzüglich aller Fenster und Türöffnungen) zuzüglich eines Zuschlags. Dieser Zuschlag deckt drei separate Faktoren ab: erstens die vorgeschriebenen Überlappstoße von mindestens 10 cm an allen Horizontal- und Vertikalstößen, zweitens die erforderlichen Eckenverstärkungen an außenliegenden Querkanten und um Fenster- und Türecken, und drittens den unvermeidlichen Schnittverlust beim Zuschnitt auf die tatsächliche Fassadengeometrie.
Die Überlappstoße sind dabei das größte Einzelelement des Zuschlags. Nach DIN V 18599 und den ETA-Zulassungen (Europäische Technische Bewertung) aller namhaften Hersteller ist eine Mindeststößüberlapps von 10 cm auf allen Seiten vorgeschrieben. Bei Rollen von 1 m Breite, die horizontal oder vertikal verlegt werden, bedeutet dies, dass jede neue Bahnbreite mindestens 10 cm auf die vorherige tritt. Dies entspricht allein aus den Stoßstellen einem Flächenzuschlag von etwa 11 %. Zusätzlich werden an jeder außenliegenden Fassadenecke und an jeder Fenster- und Türecke diagonale Verstärkungsflächen (etwa 30 × 50 cm pro Ecke) angebracht, bevor die durchlaufende Armierung aufgebracht wird.
Der Schnittverlust entsteht, weil die Breite der Rolle (üblicherweise 1,0 m oder 1,1 m) nicht immer genau mit der Fassadengeometrie übereinstimmt. Bei regelmäßigen Fassaden liegt der Verlust bei etwa 2 bis 3 %. Bei Fassaden mit vielen Erkern, Vorsprüngen oder komplexer Geometrie kann der Verlust 5 bis 7 % erreichen. Ein pauschaler Zuschlag von 15 % ist für ein einfaches Einfamilienhaus ausreichend und entspricht dem branchenüblichen Standard. Für Fassaden mit häufigen Querkanten, Erkerlinien oder vielen Fenster- und Türöffnungen empfiehlt sich ein Zuschlag von 18 bis 20 %, um sicherzustellen, dass keine unerwartete Nachbestellung nötig wird.
Es gibt verschiedene Typen von Glasfasergeweben, unterschieden nach ihrer Rohdichte in Gramm pro Quadratmeter. Standard-Gewebe mit 145 bis 160 g/m² ist für den Regelfall im Wohnbau ausreichend und wird in den meisten zertifizierten WDVS-Systemen verwendet. Verstärkte Gewebe mit 200 bis 250 g/m² wird in den unteren 2 Metern der Fassade oder in Bereichen mit zu erwartender mechanischer Belastung eingesetzt, etwa im Zugangsbereich von Garagen oder Parkplätzen. Doppelarmierungen aus zwei Lagen à 145 g/m² kommen an Transitionen zwischen unterschiedlichen Trägermaterialien (etwa zwischen Beton und Mauerwerk) zum Einsatz, wo unterschiedliche Wärmebewegungen auftreten.
Die in den zertifizierten WDVS-Systemen vorgesehene Rohdichte und der Fasertyp sind integraler Bestandteil der ETA (Europäische Technische Bewertung). Ein Austausch gegen ein Gewebe mit geringerer Rohdichte kann die Konformität des Systems gefährden und hebt die Herstellergarantie auf. Vor dem Kauf sollte daher immer mit dem ausführenden Handwerker oder dem Vertreter des Systemherstellers geklärt werden, ob ein kostengünstiges Universalgewebe den Vorgaben des einzubauenden Systems entspricht.
Das häufigste Rollenformat auf dem deutschen Markt ist 50 m Länge × 1,0 m Breite, was 50 m² entspricht. Einige Anbieter führen auch 50 m × 1,1 m (= 55 m²) oder kleinere Formate von 25 m × 1,0 m für kleinere Projekte. Die exakte Breite und Länge müssen vor der Bestellung überprüft werden, da bereits 10 cm Breitendifferenz pro Rolle die erforderliche Rollenanzahl ändern kann. Die in dieser Rechnung eingegebene Rollengröße sollte den tatsächlichen Produktdaten des geplanten Erwerbs entsprechen.
Wann eine Fachplanung erforderlich ist: Diese Rechnung gibt eine Schätzung für einfache Wohngebäude mit regelmäßiger Geometrie. Für Neubauvorhaben, die dem GEG (Gebäudeenergiegesetz) unterliegen, oder für Sanierungen an großen Wohngebäuden oder Bürogebäuden sollte die Wärmedämmung und das WDVS von einem zugelassenen Energieberater oder vom Hersteller spezifiziert werden. Für Förderung durch die KfW (etwa die Programme 430 oder 440) ist eine Fachplanung durch einen KfW-Sachverständigen erforderlich, und die Systemkomponenten einschließlich der Armierung müssen den Vorgaben des zertifizierten Systems entsprechen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Überlappstoßbreite ist für Glasfasergewebe im WDVS korrekt?
Die DIN V 18599 und die ETA aller zertifizierten WDVS-Systeme schreiben eine Mindeststößüberlapps von 10 cm auf allen Seiten vor. Dies ist die kritischste Dimension, da eine geringere Überlapps zu Risslinien genau an den Stoßstellen führt. Ein pauschal angenommener Zuschlag von 15 % auf die Nettofläche deckt diese Überlappstoße, die Eckenverstärkungen und den normalen Schnittverlust ab. Bei Fassaden mit vielen Ecken oder Öffnungen kann ein Zuschlag von 18 bis 20 % sicherer sein.
Worin liegt der Unterschied zwischen Standard- und verstärktem Glasfasergewebe?
Standard-Glasfasergewebe mit 145 bis 160 g/m² ist für die überwiegende Mehrzahl der Wohngebäude ausreichend und wird in den meisten zertifizierten WDVS verwendet. Verstärktes Gewebe mit 200 bis 250 g/m² wird in den unteren 2 Metern der Fassade oder in Bereichen mit zu erwartender Stoßbelastung eingesetzt, etwa bei Zugang zu Garagen oder Parkplätzen. Das im System-ETA spezifizierte Gewebe darf nicht ohne Rücksprache mit dem Hersteller ausgetauscht werden, da dies die Systemgültigkeit gefährden kann.
Welche Größe haben Standard-Rollen für WDVS-Glasfasergewebe?
Das häufigste Format ist eine Rolle 50 m lang × 1,0 m breit, was 50 m² entspricht. Es gibt auch Rollen 50 m × 1,1 m (55 m²) oder kleinere Formate 25 m × 1,0 m für kleinere Arbeiten. Die exakte Größe des geplanten Produkts sollte immer vor der Bestellung überprüft werden, da bereits kleine Breitendifferenzen die benötigte Rollenanzahl verändern.
Kann ich ein beliebiges Glasfasergewebe oder muss es vom WDVS-System stammen?
Für private Renovierungen ohne formale Zertifizierungspflicht können Sie ein Gewebe mit ähnlicher Rohdichte verwenden. Für Neubauvorhaben, große Sanierungen oder Gebäude mit Energieeffizienz-Zertifizierung nach GEG ist das im System-ETA (Europäische Technische Bewertung) spezifizierte Gewebe obligatorisch. Ein Austausch gegen eine geringere Rohdichte hebt die Garantie auf und kann die Konformität beeinträchtigen. Klären Sie diese Frage vor dem Einkauf mit dem Handwerker oder dem technischen Support des Herstellers.
Hält das Glasfasergewebe der Alkalität des Putzes stand?
Ja. Das für WDVS-Systeme verwendete Glasfasergewebe ist speziell behandelt, um der alkalischen Umgebung von Zementputz standzuhalten. Die DIN V 18599 schreibt entsprechende Alkalitäts-Festigkeitsprüfungen vor. Unbehandeltes Glasfasergewebe verliert an Festigkeit unter Zementputz und ist für diese Anwendung ungeeignet. Überprüfen Sie immer, dass das gekaufte Produkt für WDVS-Anwendungen zertifiziert ist.
Wann ist eine Fachplanung für das WDVS und das Glasfasergewebe erforderlich?
Für private Instandhaltungen ohne Genehmigung reichen die Herstellerangaben. Für Neubauten oder große Sanierungen mit Genehmigungspflicht, vor allem wenn Förderung durch die KfW (KfW 430 oder 440) beantragt wird, ist eine Energieberatung oder Fachplanung durch einen zugelassenen Sachverständigen erforderlich. Diese legt das System WDVS inklusive aller Komponenten fest. Für die Energieeffizienz-Zertifizierung ist ein anerkannter Energieberater nötig.
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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 9. Juni 2026
Diese Rechnung liefert eine Schätzung der benötigten Glasfasergewebemenge für typische Einfamilienhäuser und Renovierungsprojekte. Die tatsächlich erforderliche Menge hängt von der exakten Fassadengeometrie, den Abmessungen der verfügbaren Rollen und der handwerklichen Arbeitsweise ab. Für Neubauvorhaben mit Genehmigungspflicht, Förderungsanträge bei der KfW oder Projekte mit zertifizierten WDVS-Systemen ist eine detaillierte Fachplanung durch einen zugelassenen Energieberater oder Systemanwender erforderlich. Die Spezifikation des Systems und aller Komponenten muss von einem Fachmann erfolgen; diese Rechnung ersetzt keine professionelle Beratung.
