Dachlattung berechnen: Laufmeter und Latten
Rechnet Latten je Dachfläche, Laufmeter mit Zugabe und die Stückzahl für die Bestellung aus den Dachmaßen und dem Lattenabstand.
Eine Dachfläche mit 5 m Länge von der Traufe bis zum First und einem Lattenabstand von 34 cm braucht 15 Dachlatten, also 105 Laufmeter bei 7 m Breite. Bei einem Dach mit zwei Dachflächen sind es 210 Laufmeter, bevor eine Verschnittzugabe berücksichtigt wird.
Mit 10 % Verschnittzugabe ergeben sich 231 Laufmeter. Bei Dachlatten mit 4 m Handelslänge sind dafür 58 Stück nötig, bei 5 m Länge 47 Stück. Die Stückzahl hängt also von der gewählten Handelslänge ab, und genau dort entstehen die Reste, die man bei der Bestellung einplanen muss. Wer die Gesamtlänge aller Dachflächen kennt, kann die Handelslänge so wählen, dass möglichst wenige Reste übrig bleiben. Dachfenster und Gauben sind in dieser Rechnung noch nicht gesondert berücksichtigt.
Der Lattenabstand ist keine freie Wahl. Er ergibt sich aus der Überdeckung der Dachziegel, die der Hersteller im Datenblatt vorgibt. Ist der Abstand größer als der zulässige Wert, reicht die Überdeckung nicht, und Schlagregen kann eindringen. Ein kleiner Unterschied verändert die Stückzahl deutlich: Bei einem 4 m langen Dach ergeben 33 cm 13 Latten, bei 34 cm nur 12. Deshalb sollte der Wert aus dem Datenblatt der tatsächlich verwendeten Ziegel stammen und nicht aus einer Faustregel.
Die Berechnung gilt für regelmäßige, symmetrische Dachflächen. Sie ermittelt Mengen für die Bestellung und ist keine Tragwerksplanung. Sortierklasse, Holzschutz und Lastannahmen für Dachlatten und Sparren gehören in die Prüfung durch einen Fachplaner. Für die Materialplanung liefert der Rechner jedoch verlässliche Zahlen, mit denen sich eine Bestellung vorbereiten lässt. Wer die Rechnung mit eigenen Maßen wiederholen möchte, findet die einzelnen Schritte in der Erklärung weiter unten.
Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert.
Abstand von der Traufe bis zum First, entlang der Dachschräge gemessen.
Seitliche Ausdehnung der Dachfläche, parallel zum First.
Anzahl der geneigten Dachflächen. Zwei sind bei Wohnhäusern am häufigsten.
Achsabstand aufeinanderfolgender Latten. Hohlfalzziegel (Lusa): 33–35 cm; Marseiller: 34–37 cm; Mönch-Nonne: 29–32 cm.
Länge der Latten, die Sie kaufen möchten. Am gängigsten im Handel sind 4 m und 5 m.
Berücksichtigt Zuschnitte, Stöße und Bruch. Für Holzlattung werden 10–15 % empfohlen.
Preis pro Laufmeter Latte. Leer lassen, um nur die Mengen zu erhalten.
Latten pro Dachfläche
Bei insgesamt 2 Dachfläche(n).
- Laufmeter (ohne Zuschlag)
- 210,0 ml
- Laufmeter (mit Zuschlag)
- 231,0 ml
- Zu kaufende Latten
- 58 Stück à 4 m
Funktionsweise
Formel
So wird gerechnet
Dachlattung berechnen: Laufmeter, Latten und Stückzahl
Die Berechnung beginnt mit einer einfachen Frage: Wie viele Latten passen entlang einer Dachfläche? Die erste Latte liegt an der Traufe, danach folgt eine Latte je Lattenabstand entlang der geneigten Fläche, und die letzte Latte sitzt am First. Die Formel N = ⌊C / i⌋ + 1 bildet genau diesen Gedanken ab: Der Quotient aus Länge und Abstand zeigt, wie viele volle Abstände auf die Fläche passen, und die Latte am First kommt mit 1 hinzu.
Für eine Dachfläche von 5 m Länge und 34 cm Lattenabstand ergibt sich ⌊5 / 0,34⌋ + 1 = ⌊14,7⌋ + 1 = 15 Latten. Die Breite der Fläche von 7 m multipliziert diese 15 Latten zu 105 Laufmetern je Dachfläche. Bei zwei Dachflächen sind es 210 Laufmeter, bevor eine Verschnittzugabe hinzukommt. Die Berechnung liefert damit drei Ergebnisse: die Anzahl der Latten je Fläche, die Gesamtlänge ohne Zugabe und die Stückzahl, die tatsächlich zu bestellen ist.
Der Lattenabstand bestimmt das Ergebnis
Der Lattenabstand ist keine frei wählbare Größe. Er ist durch die Überdeckung des Dachziegels festgelegt, also durch das Maß, um das jeder Ziegel den darunterliegenden überlappt. Ist der Abstand zu groß, sinkt die Überdeckung unter das Mindestmaß, und Regen oder Schnee können unter die Deckung gelangen. Ist der Abstand zu klein, steigt die Anzahl der Latten unnötig, und die Konstruktion wird teurer, ohne dichter zu werden.
Die zulässigen Werte unterscheiden sich je nach Ziegelart und Profil. Sie stehen nicht in dieser Erklärung, sondern im Datenblatt des jeweiligen Herstellers, und dieses Datenblatt ist die maßgebliche Quelle. Wer den Abstand dort nicht findet, sollte den Hersteller oder einen Fachbetrieb fragen, bevor die Latten bestellt werden, denn ein nachträglicher Umbau kostet mehr als eine Rückfrage.
Wie stark der Wert wirkt, zeigt ein kurzes Beispiel. Bei einer Dachfläche von 4 m Länge ergeben 33 cm Abstand ⌊4 / 0,33⌋ + 1 = 13 Latten, bei 34 cm nur ⌊4 / 0,34⌋ + 1 = 12 Latten. Der Unterschied von einem Zentimeter entscheidet also bei kurzen Flächen über eine ganze Latte je Fläche, und diese Latte multipliziert sich mit der Breite und der Anzahl der Dachflächen.
Die Länge der Dachfläche richtig messen
Die Länge ist die Strecke, die man entlang der geneigten Dachfläche von der Traufe bis zum First zurücklegt. Sie ist stets länger als die waagerechte Projektion, die im Grundriss erscheint. Bei einer Projektion von 4,5 m und einer Dachneigung von 30 % beträgt die Schräglänge etwa 4,70 m, denn die Neigung verlängert die Strecke um den Faktor √(1 + 0,3²). Für die Berechnung kann man die Schräglänge mit dem Satz des Pythagoras aus Projektion und Höhenunterschied ermitteln.
Auf der Baustelle legt man das Maßband am äußeren Rand der Traufe an und zieht es über die Fläche bis zum First. Bei Neubauten, deren Dachfläche noch offen ist, ist die Rechnung der sichere Weg. Wer nur die Projektion misst und diese einsetzt, erhält zu wenige Latten. Der Fehler wirkt sich auf die Anzahl der Latten aus und vervielfacht sich über die Breite und die Anzahl der Dachflächen.
Breite und Anzahl der Dachflächen
Die Breite ist die Ausdehnung parallel zum First. Bei einem einfachen Satteldach entspricht sie der Länge des Firstes. Bei einem Walmdach nimmt die Breite der Dachflächen zu den Ecken hin ab. Für die Mengenschätzung nimmt man die größte Breite an, denn damit liegt die Rechnung auf der sicheren Seite und es bleibt genügend Material für die schmaleren Bereiche übrig.
Die Anzahl der Dachflächen ist eine einfache Zählung. Ein Satteldach hat zwei Dachflächen, ein Walmdach vier und ein Pultdach eine. Die Eingabe der Breite gilt für alle Flächen gleichermaßen. Haben die Flächen unterschiedliche Maße, berechnet man sie einzeln und addiert die Ergebnisse.
Verschnittzugabe und Stücklänge
Die Verschnittzugabe deckt Zuschnitte an Traufe, Ortgang und First, Anschlüsse an Kehlen und Dachfenster sowie Bruch beim Transport und beim Einbau. Ihre Höhe ist eine Annahme, die man an der Dachform ausrichtet. Das Beispiel in dieser Erklärung rechnet mit 10 %. Die Zugabe wird als Faktor auf die Gesamtlänge angewendet, es gilt also M_mit_Verschnitt = M_gesamt × (1 + d / 100).
Ein Zahlenbeispiel zeigt die Wirkung: Bei 210 Laufmetern ohne Zugabe und 10 % Verschnitt ergeben sich 231 Laufmeter. Bei 4 m Stücken sind 231 / 4 = 57,75, aufgerundet 58 Stücke nötig. Bei 5 m Stücken sind es 231 / 5 = 46,2, aufgerundet 47 Stücke. Der Unterschied von elf Stücken kann bei Transport und Lieferung ins Gewicht fallen. Die Wahl der Handelslänge beeinflusst daher nicht nur die Reste, sondern auch den Aufwand bei der Bestellung.
Ein weiterer Punkt betrifft die Aufrundung. Die Formel rundet die Gesamtlänge nur einmal auf volle Stücke auf. Rechnet man jede Dachfläche einzeln auf, entsteht oft eine höhere Stückzahl, weil jede Teilmenge ihren eigenen Rest hat. Wer die Gesamtlänge bestellt, kommt also meist mit weniger Stücken aus, sofern die Stücke auf der Baustelle sinnvoll eingeteilt werden.
Häufige Fehler
In der Praxis treten einige Fehler regelmäßig auf:
- Die Projektion wird statt der Schräglänge eingesetzt. Das Ergebnis fällt zu klein aus.
- Der Lattenabstand stammt aus der Erinnerung oder von einer anderen Ziegelart. Maßgeblich ist das Datenblatt der tatsächlich verwendeten Ziegel.
- Die Anzahl der Dachflächen wird falsch angegeben. Ein Walmdach hat vier Flächen, nicht zwei.
- Dachfenster und Kamindurchdringungen werden nicht berücksichtigt. Sie erzeugen zusätzlichen Verschnitt, den die Zugabe abdecken muss.
- Das Ergebnis wird ohne Blick auf die Stücklänge übernommen. Die Stückzahl ist der Wert, der bei der Bestellung tatsächlich zählt.
Wann die Berechnung nicht ausreicht
Dieser Rechner deckt die Mengenermittlung für regelmäßige, symmetrische Dachflächen ab. Für Kehlen und Gratanschlüsse, L- oder T-förmige Grundrisse, Dachfenster mit tragenden Eingriffen oder Dächer mit großen freien Spannweiten sollte ein Tragwerksplaner oder Architekt die Konstruktion prüfen. Die Bemessung von Holzlatten und Sparren gegen Biegung, Schub und Knicken folgt DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5) in Verbindung mit dem Nationalen Anhang. Schnee- und Windlasten ermittelt man nach DIN EN 1991-1-3 und DIN EN 1991-1-4, ebenfalls mit Nationalem Anhang, und sie hängen vom Standort ab.
Der Rechner ersetzt diese Nachweise nicht. Er liefert die Mengen, mit denen sich eine Bestellung vorbereiten lässt, und zeigt die Abhängigkeit von Lattenabstand, Länge und Stücklänge. Für Entscheidungen über Querschnitt und Holzart braucht es die Statik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Lattenabstand bei einem Dach?
Der Lattenabstand ist der Achsabstand zwischen zwei benachbarten Dachlatten, gemessen entlang der geneigten Dachfläche. Er bestimmt die Überdeckung der Dachziegel: Jeder Ziegel muss die Reihe darunter um ein festgelegtes Maß überlappen, damit das Dach dicht bleibt. Den zulässigen Bereich nennt das Datenblatt des jeweiligen Dachziegels. Ein Abstand außerhalb dieses Bereichs sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Hersteller verwendet werden.
Wie viele Latten brauche ich für ein Satteldach mit 5 m Länge und 8 m Breite?
Bei 34 cm Lattenabstand hat jede Dachfläche ⌊5 / 0,34⌋ + 1 = 15 Latten. Zwei Dachflächen von je 8 m Breite ergeben 15 × 8 × 2 = 240 Laufmeter. Mit 10 % Verschnittzugabe sind es 264 Laufmeter. Bei Stücken von 4 m sind 66 Stück nötig, bei Stücken von 5 m 53 Stück. Die Zahlen gelten für eine regelmäßige Dachform ohne Gauben oder Anschlüsse, die zusätzlich zu berechnen sind.
Welches Holz wird für Dachlatten in Deutschland verwendet?
Üblich ist Nadelholz, meist Fichte oder Kiefer, das nach DIN 4074-1 nach seiner Tragfähigkeit sortiert ist. Für den Einsatz unter der Dachdeckung sollte das Holz nach DIN 68800 gegen Insekten und Pilze geschützt sein, etwa durch geeignete Holzart oder Imprägnierung. Übliche Querschnitte sind 30 × 50 mm oder 40 × 60 mm. Die Sortierklasse richtet sich nach der Statik des Dachs. Im Zweifel fragt man beim Holzhandel oder beim Dachdeckerbetrieb nach den verfügbaren Sortimenten.
Muss die Länge der Dachfläche schräg oder waagerecht gemessen werden?
Die Länge ist schräg zu messen, also als tatsächliche Strecke entlang der geneigten Dachfläche von der Traufe bis zum First. Dieser Wert ist stets größer als die waagerechte Projektion, die man im Grundriss abliest. Bei einer Projektion von 4,5 m und einer Dachneigung von 30 % beträgt die Schräglänge etwa 4,70 m. Die Umrechnung erfolgt mit dem Satz des Pythagoras aus Projektion und Höhenunterschied. Bei Neubauten ohne verlegte Dachdeckung wird die Länge aus Grundriss und Höhenunterschied berechnet.
Welche Verschnittzugabe ist für Dachlatten sinnvoll?
Die Verschnittzugabe deckt Zuschnitte an Traufe, Ortgang und First, Anschlüsse an Kehlen und Dachfenster sowie Bruch beim Transport und Einbau ab. Ihre Höhe ist eine Annahme, die man an der Dachform ausrichtet. Bei einfachen Satteldächern mit wenigen Anschlüssen genügt in der Regel ein kleinerer Wert. Bei komplexen Dachformen, vielen Durchdringungen oder kurzen Stücklängen wählt man einen größeren Wert. Das Beispiel dieser Seite rechnet mit 10 %. Die Zugabe ersetzt keine genaue Planung, sie sichert nur gegen Reste und Fehlschnitte ab.
Wann sollte ein Fachplaner die Dachkonstruktion prüfen?
Bei Kehlen, L- oder T-förmigen Grundrissen, Dachfenstern mit tragenden Eingriffen, Dächern mit großen freien Spannweiten sowie bei hohen Schnee- oder Windlasten am Standort sollte die Konstruktion von einem Tragwerksplaner oder Architekten geprüft werden. Die Nachweise für Biegung und Knicken der Holzlatten und Sparren richten sich nach DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5) in Verbindung mit dem Nationalen Anhang. Dieser Rechner liefert nur Mengen und ersetzt keinen statischen Nachweis.
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Von RivoCalc · Geprüft nach unseren redaktionellen Richtlinien · Aktualisiert am 3. Juli 2026
Die Ergebnisse sind Mengenschätzungen für die Bestellung. Sie ersetzen weder eine Tragwerksplanung noch die Prüfung durch einen Fachbetrieb. Maßgeblich bleiben die Angaben des Herstellers des Dachziegels und die anerkannten Regeln des Dachdeckerhandwerks.
